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Die 1970er Jahre

Zeit der Öffnung und Gleichberechtigung

 

Die 1970er Jahre gelten in der Geschichte der Landjugend als das Jahrzehnt des großen Aufbruchs und der strukturellen Erneuerung. Es war eine Ära, die den Verein nachhaltig modernisierte und Werte schuf, die bis heute das Fundament unserer Gemeinschaft bilden.

Gleichberechtigung & Doppelspitze: Gemeinsam an einem Strang 

Da die rein fachliche Trennung immer mehr in den Hintergrund rückte, war eine Aufteilung in separate Mädchen- und Burschengruppen nicht mehr zeitgemäß. In den meisten Orten schlossen sich die Fachgruppen zusammen:

Weibliche und männliche Landjugendliche bildeten fortan eine gemeinsame Gruppe. An der Spitze stand die gleichberechtigte Leitung aus Leiterin und Obmann, ein demokratisches Führungsprinzip, das bis heute unverzichtbar und einzigartig ist.

Die Landjugend öffnete sich zunehmend auch für die nichtbäuerliche Jugend und trug damit wesentlich zur Bewusstseinsbildung und zum Miteinander in der ländlichen Gesellschaft bei.

Aus Gesprächen mit Funktionären aus dieser Zeit, wissen wir, dass die Landjugend jungen Menschen, besonders auch den Mädchen, die Möglichkeit bot, ungezwungen auszugehen, Gemeinschaft zu erleben und Verantwortung zu übernehmen. 

 

Organisation ganz ohne Smartphone 

Die Kommunikation funktionierte in den 70ern völlig anders als heute, erforderte aber umso mehr Verlässlichkeit und persönlichen Kontakt:

Termine wurden mündlich, über Briefe, Schaukästen oder bei den regelmäßigen Sitzungen und Tagungen vereinbart.

Wer damals in der Landjugend als Funktionär aktiv war, eignete sich Fähigkeiten an, die oft den Weg für spätere Führungsaufgaben im Beruf, in Vereinen oder in der Gemeindepolitik ebneten.

 

Große Aktionen, Bewerbe & legendäre Lehrfahrten 

Die 1970er Jahre waren geprägt von Motivation und neuen Vorstellungen:

  • Die Landjugendlichen packten dort an, wo Hilfe gebraucht wurde, so wurden beispielsweise mehrere Kapellen im Bezirk (u. a. in St. Georgen und Eggelsberg) renoviert und Spielgeräte für Kinder gebaut.

  • Neben klassischen Fachbewerben wie Mähen, Pflügen oder Waldarbeit sorgten Völkerballturniere, Skikurse am Hochficht und Redewettbewerbe für Begeisterung.

  • Die legendären Lehrfahrten per Bus führten die Jugendlichen weit über die Bezirksgrenzen hinaus, unter anderem nach Holland, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Kroatien und Italien. Für viele Mitglieder waren dies die allerersten großen Auslandsreisen überhaupt.

  • Gegen Ende des Jahrzehnts formierten sich in Ortsgruppen wie Gilgenberg, Schalchen und Burgkirchen neue Volkstanzgruppen, die das Brauchtum mit neuem Leben füllten.

  • Für viele Zeitzeugen waren die 1970er Jahre schlichtweg „die schönste und prägendste Zeit“. Die Kombination aus Gleichberechtigung, überparteilicher Jugendarbeit, Auslandsabenteuern und starkem Zusammenhalt machte dieses Jahrzehnt zu einem echten Meilenstein der Vereinsgeschichte.